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Medienbeobachtungsagentur

Am vergangenen Freitag hat uns eine Medienbeobachtungsagentur aus Berlin kontaktiert und wollte:

Hierbei geht es uns um die aktuellen Zugriffszahlen (Mai oder Juni 2011) und die Bannerpreise.

 Bei den Zugriffszahlen unterscheiden wir zwischen Page Impressions, Visits und Unique Users.

 Die Bannerpreise für das Format 468×60 (oder andersformatig) bräuchten wir als TKP, gerne aber auch zeitraumbasiert.

Diese Daten sollte für einen unserer Auto-Blogs bereitgestellt werden. Auf meine direkte Rückfrage weshalb wir das tun sollten, bekamen wir zur Antwort:

Wir erstellen Medienresonanzanalysen für unsere Kunden, in denen ihre Präsenz in der nationalen und internationalen Presse analysiert wird. In diesem Zusammenhang erheben wir auch die Mediadaten von Online-Medien, die wir zur Auswertung der redaktionellen Erwähnungen unserer Kunden auf den in unserem Leseprogramm erfassten Webseiten benötigen.

 Die Daten dienen uns u.a. als Berechnungsgrundlage für Anzeigenäquivalenzwerte, in jedem Fall aber geht es darum, dem Kunden eine Vorstellung von der “Reichweite” des Mediums zu vermitteln, in dem er genannt wurde. Bei Online-Medien geht dies, wie Sie wissen, nur über die PIs/Visits, daher unser Interesse an diesen Zahlen.

 Ich hoffe, das erklärt für Sie den Verwendungszweck. Sollten Sie dennoch nicht an der Herausgabe der angefragten Daten interessiert sein, so haben wir dafür natürlich vollstes Verständnis.

Auf meine Rückfrage ob ich eine Antwort bekomme,  wer der Kunde ist, wurde nicht mehr reagiert.

Zusammengefasst bedeutet das für mich folgendes: Wir sollen unsere Daten an eine uns unbekannte Agentur herausgeben, damit dort eine Anfrage von Dritten bearbeitet werden kann. Das ist einfach absurd. Der Kunde der Agentur könnte, anstatt einen Mittelsmann für eine eMail und (vermtl.) Power-Point Präsentation zu bezahlen, direkt mit uns Kontakt aufnehmen.

Abgesehen davon ist es ein wunderbares Zeichen dafür, wie hilflos in vielen großen Konzernen mit Online-Medienagenturen und Blogs umgegangen wird. Reichweite ist noch immer der Gradmesser Nummer eins. Aber anders als bei Print ist die Auflage wesentlich schwerer nachzuvollziehen. Also bemüht man eine Agentur die in der Tat nichts anderes macht, als eine Anfrage zu starten, die man ebenso selbst hätte machen können.

Wer Reichweite im Internet nachvollziehen will, dem hilft google bekanntlich weiter. Auch der AdSense Planner von google wäre ein guter Weg gewesen. Oder auch Alexa.com. Völlig kostenfrei. 3 Klicks entfernt liegen die Antworten. Was natürlich immer noch absurd ist. Denn interessierten Werbepartnern werden wir immer eine direkte Auskunft erteilen. Warum auch nicht? Es gibt keinen Grund mit dem erfolgreichen Wachstum unserer Auto-Blogs hinter dem Berg zu halten. Doch fairer Umgang bedeutet auch, mit offenem Visier zu arbeiten. Es ist weder fair noch wirklich sinnvoll, anonym bleiben zu wollen anstatt den direkten Weg zu gehen.  Wer im Marketing und der PR arbeitet und das doch lieber anonym hinter einem Schild versteckt tun möchte, der sollte noch einmal kurz inne halten und überlegen ob er am richtigen Ort  ist.

An dieser Stelle auch noch einmal der Hinweis auf unsere Verweigerung gegenüber AGOF und IVW.

Unseren Premium-Kunden stellen wir einen google-Analytics Zugang “kostenfrei” zur Verfügung oder erstellen eigene Reports. Offen, fair und ohne weitere Kosten – alles andere ist einfach irgendwie so ’90s.

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